Von einer Enkopresis spricht man, wenn es bei einem Kind von vier Jahren oder älter wiederholt zu Einkoten kommt. Dabei kann es sich um Kotspuren oder auch um größere Mengen Kot in der Unterwäsche oder an anderen, dafür nicht vorgesehenen Stellen handeln. Grundsätzlich ist die Fähigkeit zur Schließmuskelkontrolle ausgereift und es liegen keine körperlichen Ursachen für das Einkoten vor.

Die Störung kann auf verschiedene Weisen auftreten: Das Einkoten kann infolge eines unzureichenden Toilettentrainings auftreten, es kann eine seelische Problematik widerspiegeln oder es kann davon herrühren, dass das Kind den Stuhlgang bewusst oder unbewusst zurückhält und es dann zu einer sog. „Überlaufsymptomatik“ kommt.

Nicht selten geht eine Enkopresis mit emotionalen Problemen oder Verhaltensstörungen des Kindes einher.

Insgesamt ist es für das betroffene Kind und seine Familie wichtig, therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen, um sich hinsichtlich der sehr belastenden Symptomatik unterstützen zu lassen und um weitere Belastungsreaktionen zu vermeiden.

In der ambulanten Sprechstunde in unserer Institutsambulanz der Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie geht es zunächst um diagnostische Maßnahmen: ein genaues Erfassen der seelischen Situation des Kindes und seines Entwicklungsstandes, eine eingehende organische Diagnostik und eine Erhebung seiner Toilettengewohnheiten. In der Behandlung kommen neben verhaltenstherapeutischen Programmen mit Verstärkerplänen in Zusammenhang mit regelmäßigen Toilettengängen auch intensive einzeltherapeutische Angebote und Elternarbeit zum Einsatz, um ursächliche Zusammenhänge zu erkennen und aufzuarbeiten.

Bei schweren Formen der Enkopresis oder bei bestehenden weiteren seelischen Störungen kann eine Aufnahme auf einer der Stationen der Kinder- und Jugendpsychiatrie, -psychotherapie und -psychosomatik sinnvoll sein.

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